Die Kapelle

Wie ein Wächter steht die im gotischen Stil erbaute Kapelle auf einem Hügel mit weitem Blick auf Wiesenland und Wald. Einst stand sie am Anfang des Dorfes. Stolze Bauern mögen die Kapelle errichtet haben. Sie wollten ein eigenesGatteshaus, obwohl ihr Dorf nicht groß war und kein Rittergut besaß.

Kapelle in Klein Steimke

Kapelle in Klein Steimke

Die Glocke hängt in einem Dachvorsprung. Sie trägt die Inschrift “Autor wyk yk heten, Hinrich Menten led my fleten” und die Jahreszahl 1513. Etwa in dieser Zeit wird das kleine Gotteshaus entstanden sein und wird nun bald 500 Jahre alt.

Auch heute noch finden hier in etwa sechswöchigem Turnus Gottesdienste statt. Das war nicht immer so. Die Kapelle hat wechselvolle Zeiten erlebt. Um 1829 wurden die Gottesdienste eingestellt, das Gotteshaus verkauft und als Wohnhaus hergerichtet.

1925 schrieb Georg Willeke in seiner Kirchspiel-Chronik: “Das Gebäude ist heute kaum noch als Kapelle erkennbar. Fenster und Türen sind verkleinert, und hässliche Um- und Anbauten verunzieren das alte Gotteshaus.” Letztendlich konnte das Gebäude wieder sakralen Zwecken im Kirchenspiel Ochsendorf zugeführt werden.

Der Kreistagsabgeordnete Otto Gerloff aus Ochsendorf hat erreicht, dass sich im Dezember vergangendes Jahres (2002) Vertreter der Bezirksregierung Braunschweig, des niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege Hannover und des kirchlichen Amtes für Bau- und Kunstpflege Celle die Kapelle und das Areal angesehen haben. Wie sich abzeichnet, war es ein erfolgreicher Ortstermin.

Bauforschung an der Kapelle sollen vorgenommen und nach einem eventuellen Westportal und Fundamenten ehemaliger Nebengebäude “gefahndet” werden. Alle noch verfügbaren Karten- und Bauunterlagen aus kirchlichen und staatlichen Archiven sollen ausgewertet und Brandkassenbücher ab Mite des 18. Jahrhunderts über Eigentümer und Gebäudebestand bin der Profanen Phase der Kapelle durchgesehen werden. Auf das Ergebnis darf man gespannt sein.

Erwähnt werden soll noch: Die Eingangsbereiche sowohl der Klein Steimker als auch in der Beienroder Kappele wurden saniert.

Artikel aus: Dorfwecker; Ausgabe: März/April 2003; Autor: Christa Hertel / Beienrode